"Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden




Hier präsentieren wir Moderatoren ein paar ausgesuchte englische Fanfictions.

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"Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon feane » 24.10.2010, 21:15

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Name der Fanfiktion: Goodnight, Noises Everywhere
Name des Autors: Feisty Y. Beden
Plattform: ff.net

Altersempfehlung: M (mature)
Genre: Angst/Hurt/Comfort/Post-Apocalyptic
Sonstiges: Alternative Universe

Link: http://www.fanfiction.net/s/5650508/1/G ... Everywhere

Recommended by: Willoughby


Inhaltsangabe:
Bella is the only survivor of a virus which has killed off the human race. Is there anyone-anything-still alive on this dying planet? Entry for the Twilight 25 Challenge. Post-apocalyptic good times. Bella/Edward

Bella ist die einzige Überlebende eines Virus', der die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Gibt es irgendjemanden-irgendetwas auf diesem Planeten, das noch am Leben ist? Einsendung für den Twilight 25 Wettbewerb. Post-apokalyptisch, Bella/Edward


Persönliche Meinung:
Wer zum ersten Mal von dieser Story hört, sollte unbedingt einmal hineinlesen, sich vorher aber Zeit nehmen. Denn einmal angefangen lässt sie einen so schnell nicht wieder los, vorausgesetzt, man steht auf Endzeitgeschichten.

When I closed my eyes, I could almost forget. I could imagine that everyone I loved was still alive, that the house was quiet just because it was night and everyone was asleep. I could pretend. I didn't know what was worse: simply accepting the present, or deluding myself as much as I could, only to be crushed over and over again when I opened my eyes and could not ignore the evidence in front of me, plain as day.

It was still my bed. It was still my home, but no one else was here. No one else would ever be here.


Schon mit den ersten Sätzen wird man in diese neue Welt von Bella katapultiert, in der es niemanden mehr auf dieser Erde gibt, keine Menschen, keine Tiere, keine Vampire; und auch die Natur stirbt langsam vor sich hin.
Als Leser wird man sofort in diese Melancholie gerissen, die Bellas Einsamkeit mit sich bringt, und man kann fast nachempfinden, wie sie sich fühlen muss. Die Leere, die sie spürt, die Taubheit, allein auf der Erde wandeln zu müssen, und nicht in der Lage zu sein, sein eigenes Leben absichtlich zu beenden, und demnach nur die Möglichkeit zu haben, auf den leisen Tod zu warten, der in ungewisser Zeit kommen wird.

Die Art und Weise, wie Bella ihr Leben fristet, mag für den Leser vielleicht auf den ersten Blick verrückt wirken, doch schnell hat man das Gefühl, es selbst nicht wirklich anders zu machen - oder womöglich vielleicht noch viel schlechter damit klarzukommen, vielleicht sogar nicht mal die Kraft zu haben, es annähernd gleich zu tun. Sich davor zu schützen, verrückt zu werden, sich mit Erinnerungen am Leben zu erhalten, etwas zu tun, das die Menschlichkeit in einem bewahrt. Wenn alles stirbt, bleibt nichts übrig außer Stille. Und Bella muss darum kämpfen, dieser nicht zu verfallen, nicht in eine "lebende Tote" zu mutieren, auch wenn ihr jetziges Leben einem "dahinvegetieren" schon sehr ähnelt.

Was an dieser Story beeindruckt, ist der sensible Umgang mit dem Thema; nichts wirkt irgendwie aufgesetzt oder übertrieben. Es wurde an jedes noch so kleine Detail, das den Wandel der Welt darstellt, gedacht. Dinge, auf die selbst der Leser nicht immer achtet.
Der Plot, der mit jeder Erinnerung Bellas seine Erklärung findet, wirkt in jedem weiteren Chapter mehr und mehr realitätsnah und man beginnt als Leser, seine eigene Umgebung genauer zu betrachten und zu überdenken. Dinge, die einem normalerweise als selbstverständlich vorkommen, gewinnen plötzlich an immenser Gewichtung, und Dinge, die einem wichtig erscheinen, wirken plötzlich unnötig/sinnlos.

Die Story spielt in Bellas Gegenwart, während man durch ihre Flashbacks nach und nach das Aussterben der Menschheit mitbekommt: Die Krankheit, die anfängliche Verharmlosung, die schleichende Panik, bis nur noch sie am Leben ist.

Und in all ihrer Einsamkeit, aus der sie niemals gedacht hätte, je wieder ausbrechen zu können, macht sie eine Entdeckung, die ihre Routine aus der Bahn wirft, und mit der sie eigentlich nicht so ganz weiß, wie umzugehen.

Am Rande des Wahnsinns, wo man sich nicht mehr sicher sein kann, ob man noch Traum und Realität unterscheiden kann, wie würde man da reagieren, wenn man plötzlich einer lebenden Statue, einem Vampir begegnet?

Wenn du der letzte Mensch auf Erden wärst, wird hier wunderbar aufgegriffen, nur dass man in diesem Falle das "Mensch" durch "Kreatur" ersetzen müsste.

Charaktere:
Bella und Edward sind toll ausgearbeitet, jede ihrer Handlungen wirkt begründet, genau abgewägt. Als Leser auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz offensichtlich, aber dennoch langsam nachvollziehbar sind die Entscheidungen, die die beiden in dieser FF immer wieder aufs neue treffen müssen. Wie eine Puppe von einer Situation in den nächste gedrängt, ohne wirklich selbst den Lauf beeinflussen zu können, ohne überhaupt den Mut aufbringen zu können, etwas zu verändern, einfach nur im Jetzt zu "leben", da der Blick in die Zukunft schon lange verloren gegangen ist.

Beide haben noch gewisse Züge und Eigenschaften ihres Originals, die aber durch die Umstände in dieser FF angepasst wurden. Änderungen in ihrem Denken wirken anfangs evtl OOC, fügen sich aber wunderbar und logisch in die Handlung ein. Man denkt nicht großartig darüber nach, wenn Bella beispielsweise ihre Haustür begrüßt und verabschiedet oder mit ihrem Dad redet, der schon seit Monaten tot ist. Man sieht ihr Verhalten gleich als "normal" an.

Fazit:
Trotz der Two-Men-Show und der Tatsache, dass eigentlich nicht viel passiert, wird es nie langweilig. Man wieder immer wieder dazu gedrängt, weiterzulesen, weil man einfach wissen möchte, was aus den beiden in all der Hoffnungslosigkeit wird.
Es ist schön mitzuerleben, wie hier mit den Gefühlen umgegangen wird. Die beiden wurden nicht einfach in eine Romanze geworfen, in der das Weltuntergangsszenario nur den Hintergrud bildet. Dieses steht im Vordergrund und die Beweggründe, Handlungen und Interaktionen der beiden sind mit ebendiesem verknüpft und passen sich mit all den Ecken und Kanten den Umständen an.

Wer also anstatt all dieser High-School/University/All-Human-FFs, die es zuhauf gibt, etwas lesen will, das zum Nachdenken anregt, der sollte hier unbedingt reinlesen ;)

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Re: "Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon Willoughby » 29.10.2010, 10:57

Hey.

Ich bin so froh, dass diese Story hier endlich vorgestellt wird.
Der festen Überzeugung folgend, dass es sich hierbei um ein echtes Schmuckstück handelt, hatte ich über Wochen die Mods damit gequält.

Ich lese viel, sehr viel, nicht nur Fanfictions. Und im vergleich zu dem riesigen Haufen an Büchern und Worten, den man so im Laufe der Jahre inhalitert, gibt es da nur diesen ganz kleinen Stapel an Sachen, die man nicht mehr vergessen kann.

So war es mir nach dem Lesen von "Goodnight Noises, Everywhere". Die Autoren hat ein fantastisches Gefühl für Worte. Sie wählt sie förmlich aus und schafft damit eine Stimmung und Welt, wie es Aslan im ersten Teil von Narnia bei der Schaffung einer Welt sinnblildlich macht.
Zwar mag ich befangen in meinem Urtei sein, weil ich sehr gerne Dystopien lese, aber nicht vielen Autoren gelingt es, trotz der eigenen Schlaufen und unwiederruflichen Handlungssträngen Hoffnung zu schürren. Ganz im Ernst, obwohl es eigentlich traurig und zum heulen am Ende ist, schwimmt die ganze Zeit diese irrationale Hoffnung mit, dass sie es doch noch irgendwie schaffen können. Selbst nach dem Ende.
Leider ist es zum Vergleich der vielen anderen Storys auf dem Markt, etwas _echtes_ und nichts aufgesetztes. Es geht halt nicht rein um sich verlieben, Affairen, Sex, Highschool und das arme hässliche Entlein. Ja, ich glaube, das ist es, was mich die Geschichte einfach nicht, selbst nach Monaten, vergessen lässt: Sie fühlt sich beim Lesen ungemein echt an.


_Achtung Spoiler:_

Es gibt so einige Szenen, die ich so genial fand, mich so beeindruckt haben.
Zum Beispiel, wenn Bella mit den Armen rudernd durch die leeren Straßen läuft und mit der Wolke, alias Mike spricht oder wenn sie täglich Verse vor Charlies Grab im Garten aufsagt, nur um ihre Sprache nicht wieder zu verlieren.
Ganz besonders fand ich das Gespräch zwischen ihr und Edward zum Thema sterben, wenn sie ihm das Versprechen abnimmt sie mit dem Gewehr zu erschießen, bevor die Welt untergeht. Der letzte Moment der Selbstbestimmung im Grunde.
Schön ist, dass beide hier schwach sind. Ein wunderbares Sinnbild für ihre ausweglose Situation. Edward ist nicht mehr der Superheld, der ihr alles abnimmt und sie beschützt. Nein, sie rettet ihn ja im Grunde. Es ist auch eine interessante Erfahrung zu lesen, wie er immer schwächer und schwächer wird. Wohingegen Bella nur am Rande der Story erwähnt, dass ihr das Essen ausgeht und man zwischen den Zeilen liest, dass sie keine große Hoffung hat.
Hoffnung ist eh das Kernthema hier. Es gibt einfach keine mehr. Und dennoch liest es sich nicht so.
Für mich persönlich war dies klar, als Edward geschwächt auf ihrem Sofa lag und vom Sterben seiner Famile erzählt hat. Ich war da wirklich den Tränen nah. (Und ich weine eigentlich nicht bei Büchern)

Was hat dir am meisten an der Geschichte gefallen, Feane?
____________________

Im großen und ganzen ist das hier ganz starkes Kino!!! Unbedingt lesen! Seid aber gewarnt, danach will man seine eigene Fanfiction nicht mal mehr mit Handschuhen anfassen.

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Re: "Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon feane » 09.11.2010, 18:23

hm, ich fand die darstellung der autorin von bellas charakterentwicklung wirklich toll umgesetzt :)
dass sie zb ständig mit den gegenständen um sich herum geredet hat, um nicht ganz zu verstummen, um immer noch zu wissen, dass sie lebt. um eben nicht noch verrückter zu werden, als sie ohnehin schon ist.

mir ist eigentlich immer wieder der gedanke gekommen, dass würde diese bella hier in unserer welt sein, in der es eben keine apokalypse gegeben hat, keinen virus, der alle menschen ausgelöscht hat, dann würden ärzte und wissenschaftler sie höchstwahrscheinlich als labil einstufen und zu einem pflegefall erklären, verursacht durch das endzeittrauma, das sie hat. in der ff kommt sie einem durch die ich-perspektive und all ihre gedanken und erklärungen normal vor, aber bei uns würde sie eben als "nicht mehr ganz dicht" gehalten werden :') auf eine verständliche weise, versteht sich.
und genau das finde ich wirklich toll umgesetzt in der ff.

Spoiler: Anzeigen
mir hat auch gefallen, dass edward hier für eine verwandlung ist, anstatt dagegen. auch wenn die gründe dafür nicht direkt genannt wurden, so erschließen die sich dennoch aus dem kontext. edward hat allgemein ein paar abgewandelte auffassungen, die er logischerweise höchstwahrscheinlich durch die epidemie bekommen hat. es ist interessant, mitanzusehen, wie die autorin die charaktere ihrer ff entsprechend abgeändert hat, also wie sie diese sich hat entwickeln lassen.

allgemein sind mir auch so viele dinge innerhalb der ff aufgefallen, an die ich selbst wahrscheinlich nie beachtet hätte. also dinge, die einhergehen mit der drastischen veränderung der umgebung/umstände. zb all die kleinen insekten, die für fäulnis verantwortlich sind und hier eben nicht mehr existieren. bestes bsp ist der apfel, der einfach austrocknet anstatt zerfressen zu werden.
oder auch charlies und bellas besuch am ozean.


allgemein die ganzen rückblenden mit charlie, die die gesamte situation und den anfang der tragödie nach für nach erklärt haben. das hat mich wirklich fasziniert.

hach, mir fallen gar keine genauen bsp mehr ein, aber ich weiß noch, was für gefühle ich während des lesens hatte und dadurch bleibt mir die ff so gut erhalten. deshalb gefällt sie mir so.

erschreckend ist aber immer wieder, dass die erklärung für das ende so realistisch und gar nicht weit hergeholt ist.

Spoiler: Anzeigen
das ende fand ich auch gut gewählt. man hat bis zum schluss die hoffnung, dass noch mal ne wende kommt und beide gerettet werden, und trotzdem ist man nicht wirklich überrascht über ihren tod. bellas umentscheidung, doch nicht erschossen zu werden, fand ich auch gut. denn auch wenn sie nicht mehr so sterben wollte, so war es immer noch ihre eigene entscheidung, auf eben diese weise zu sterben, wie es am ende denn auch passiert ist.
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Re: "Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon dana » 01.03.2011, 19:14

Hört sich sehr vielversprechend an, muss ich sagen...
Wisst ihr eventuell, ob sie irgendwo auch in Deutsch verfügbar ist? Wäre für den Link sehr dankbar :-)
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Re: "Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon feane » 02.03.2011, 00:20

dana hat geschrieben:Hört sich sehr vielversprechend an, muss ich sagen...
Wisst ihr eventuell, ob sie irgendwo auch in Deutsch verfügbar ist? Wäre für den Link sehr dankbar :-)


Nope, ich glaub, bisher wurde die FF noch nicht übersetzt :gruebel:
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Re: "Goodnight, Noises Everywhere" - Feisty Y. Beden

Beitragvon dana » 07.03.2011, 20:06

feane hat geschrieben: Nope, ich glaub, bisher wurde die FF noch nicht übersetzt :gruebel:


Nun denn, auf einen Rutsch durchgelesen... und habe mir sofort selbst die Übersetzungsrechte daran gesichert. Vielleicht interessiert es die eine oder andere/der eine oder andere von euch, die Geschichte auf Deutsch zu lesen. Link folgt :-)
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